Wasserstoffrevier

Aus Wind wird Wasserstoff: Bedburg macht Tempo bei der Energiewende

Knapp 3.000 Arbeitsplätze von RWE-Mitarbeitenden aus Bedburg sind von dem geplanten Kohleausstieg direkt betroffen. Die Stadt Bedburg ist daher vom Strukturwandel im Rheinischen Revier besonders stark betroffen – und setzt auf erneuerbare Energien und Wasserstoff. Dieser wird mit Strom aus nahegelegenen Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugt.

In dem Projekt „Bedburg – Grüner Wasserstoff-Hub im Nordrevier“ will die Stadt gemeinsam mit Wirtschafts- und Wissenschaftspartnerinnen und -partnern zeigen, wie grüner Wasserstoff für unterschiedliche gewerbliche Verwendungen (z. B. Strom, Mobilität oder Wärme) kosteneffizient hergestellt werden kann und zur Versorgungssicherheit im lokalen Energiesystem beiträgt.

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Geplant ist ein Multi-Use-Power2Gas-System. Dabei wird der überschüssige Strom aus dem lokalen Windpark genutzt, um klimaschonend grünen Wasserstoff zu erzeugen. Während der Elektrolyse wird Wasser (H2O) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) aufgespalten. Der Wasserstoff wird anschließend verdichtet. Bei beiden Prozessen entsteht Wärme, die Privathaushalte in der Umgebung oder die lokale Industrie nutzen können. Die anschließende Hochdruckspeicherung erfolgt in stationären oder mobilen Speichern verschiedener Größe. Sie können beispielsweise für eine lokale Wasserstofftankstelle oder als mobile Pipeline für andere Verbraucher genutzt werden und sichern eine flexible und kostengünstige Verteilung des Wasserstoffs. Dieser kann z. B. als Kraftstoff für die Busflotte des öffentlichen Nahverkehrs oder für LKWs von ansässigen Logistikfirmen verwendet werden. Außerdem sichert das System die Versorgung von energieintensiven Industrien mit klimaschonender Energie. Zusätzlich wird der Standort für besonders klimaschutzaffine Unternehmen, z. B. aus der Agrobusinessbranche, attraktiv.

Die Verfügbarkeit von Strom aus Sonne oder Wind ist nicht konstant, sondern von Wetterlagen abhängig. Das Multi-Use-Power2Gas-System kann diese Stromschwankungen problemlos aufnehmen und netzdienlich einsetzen. Das sorgt zusätzlich für Netz- und Systemstabilität – eine wichtige Voraussetzung für die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien. 

  • Status: Befindet sich in der Antragsphase

  • Durchführungsort: Im Stadtgebiet von Bedburg

  • Durchführungszeitrahmen:  10/2022 – 09/2025 (36 Monate)

  • Programmlinie: SofortprogrammPLUS

  • Projektvolumen & Fördervolumen:  Knapp 3 Mio. € Projektvolumen, keine Angaben zum Fördervolumen
  • Stadt Bedburg
  • Stadtwerke Erft GmbH
  • Westenergie AG
  • TH Köln
  • gwi | Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.
Weitere Projekte

Steckbrief

Beitrag für Bürgerinnen und Bürger

Nutzen für den Wirtschaftsstandort

Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

Lokale Produktion von grünem Wasserstoff als Schlüssel für eine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende

Themen

Grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit

Kontakt

Sarah-Kristin Röder
Stadt Bedburg