Bestandsentwicklung

Über die Braunkohle zur Chemie

Die Braunkohle hat Hürth geprägt. Etwa ein Drittel der Stadtfläche wurde nach und nach abgebaggert und die Gruben anschließend rekultiviert. Die Braunkohle war auch die Energiegrundlage für die Ansiedlung der chemischen Industrie in Hürth-Knapsack. Jetzt geht es darum, den Strukturwandel zu gestalten. Ansprechpartnerinnen in Hürth sind Julia Baltin, Henriette Conzen und Anne Kreutz.

Transformation als Chance

Julia Baltin bringt viel Erfahrung mit. „Ich habe fast 15 Jahre bei einer Freizeit- und Tourismusberatung gearbeitet“, sagt die Georaphin. „Dabei gehörten Tourismuskonzepte, Standortanalysen, Machbarkeitsstudien und Wirtschaftsfaktoranalysen zu meinen Aufgaben.“ In Hürth ist sie mit ihren beiden Kolleginnen für die Koordination und Betreuung der Strukturwandelprojekte zuständig. „Angefangen von der Projektidee, über die Projektqualifizierung bis hin zur Projektumsetzung.“ Motivation ist hierbei die Teamarbeit und die Möglichkeit die Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Es gilt die Wirtschafts- und Finanzkraft der Stadt Hürth zu stärken, um vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Daneben soll der Wirtschaftsstandort Hürth als HighTech-Standort etabliert werden. „So herausfordernd die Transformation jetzt ist, so bietet sie uns zugleich auch eine große Chance, Hürth insgesamt als Wohn-, Arbeits-, Lebens- und Freizeitstandort attraktiver zu gestalten.“

Lieblingsplatz im Revier: Der Beachclub am Otto-Maigler-See. Der See als Naherholungsgebiet ist ein gelebtes Stück Strukturwandel und zeigt, wie Transformation gelingen kann.

Themen greifbar machen

„Hürth ist meine Heimatstadt, ich bin hier geboren und aufgewachsen, Familienmitglieder und Freunde sind oder waren in der braunkohleverarbeitenden Industrie beschäftigt“, sagt Henriette Conzen. So habe sie den Strukturwandel quasi von Kindheit an miterlebt. Die studierte Kommunikationswirtin bildet innerhalb der Hürther Stadtverwaltung eine Schnittstelle zwischen den Strukturwandelmanagerinnen und dem Team der Öffentlichkeitsarbeit und nutzt die bestehenden Kommunikationskanäle der Stadt, um die aktuellen Themen aus den Strukturwandelprojekten öffentlichkeitswirksam zu platzieren. „Mit meiner Erfahrung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit die Projekte des Strukturwandels mit voran treiben zu können, motiviert mich in meiner Arbeit“, so Conzen. „Ich hoffe, den Bürgerinnen und Bürgern das Thema greifbarer zu machen und gleichermaßen den Wirtschaftsstandort Hürth für potenzielle Neugründerinnen und -gründer sowie Unternehmerinnen und Unternehmer attraktiv darzustellen.“

Lieblingsplatz im Revier: Das „Berli Theater“ im Stadtteil Berrenrath, das sich seinen 1950er-Charme bis heute erhalten hat. Das Kino wurde in den 1940er Jahren im alten Berrenrath eröffnet und ist nach der Umsiedlung in Neu-Berrenrath neu gebaut worden.

Zum Gelingen beitragen

Anne Kreutz ist für die Betreuung der Hürther Projekte zuständig. Als Strukturwandelmanagerin bildet sie die Schnittstelle zur Stadtverwaltung. „Die Projektbetreuung umfasst alle Projektphasen“, sagt Kreutz. „Von der Erstellung von Projektskizzen über die Qualifizierung im Rahmen des Sterneverfahrens bis zur Umsetzung, wenn ein Förderbescheid vorliegt.“ Sie findet es spannend, sich mit so vielen innovativen Ideen zu beschäftigen und zu deren Realisierung beitragen zu können. Ihre Hoffnung ist, dass durch den Strukturwandel Hürth langfristig als Wohn-, Arbeits-, Lebens- und Freizeitstandort an Attraktivität gewinnt. Die Motivation für ihre Arbeit als Strukturwandelmanagerin ist klar: „Ich möchte mit meiner Arbeit einen Teil zum Gelingen des Prozesses für Hürth aber auch für das Rheinische Revier beitragen.“

Lieblingsplatz im Revier: Das Gebiet rund um die Hürther Seen, da ich in meiner Freizeit gerne in der Natur bin.

Schon bevor die Römer das Rheinland prägten, hatten sich Menschen auf dem heutigen Stadtgebiet von Hürth angesiedelt. Später wurde die Ortschaft von Römerstraßen durchschnitten. Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Erschließung der Braunkohle, was 1930 zu einem Zusammenschluss der Hürther Ortsteile zu einer Großgemeinde führte. Durch die Kohle war sie seinerzeit die reichste Deutschlands.

1988 lief der Kohleabbau aus, die ehemaligen Gruben wurden rekultiviert. Es entstand der Otto-Maigler-See mit Schwimmbad und Regattastrecken. Der 1988 in einem Naturschutzgebiet angelegte Hürther Waldsee ist inzwischen ein wichtiges Rückzugsgebiet für Wasservögel.

Heute ist Hürth Standort für die chemische Industrie, IT- und Dienstleistungsbranchen und Medienproduktionsfirmen. Das ist einer gelungenen Restrukturierung und Wirtschaftsförderung nach dem Ende des Kohleabbaus 1988 zu verdanken. Nun geht es darum den Strukturwandel zu gestalten.

Der vorgezogene Ausstieg aus der Braunkohle stellt das Rheinische Revier vor große Herausforderungen. Die Strukturwandelmanagerinnen und -manager begleiten in den Kommunen die Weiterentwicklung der Region und unterstützen bei der Entwicklung, Qualifizierung und Umsetzung von Förderprojekten. Dabei stehen sie miteinander in engem Austausch, um eine abgestimmte Entwicklung der Region zu gewährleisten. Die geförderten Stellen sind Teil des „Entlastungspakets Kernrevier“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
In Hürth arbeiten drei Strukturwandelmanagerinnen. Zwei dieser Stellen sind gefördert.

Weitere Projekte

Steckbrief

Kontakt

Julia Baltin
Strukturwandelmanagerin Stadt Hürth

Henriette Conzen
Strukturwandelmanagerin Stadt Hürth

Anne Kreutz
Strukturwandelmanagerin Stadt Hürth