Gewerbegebiet mit vielen Schnittstellen

Bei Jülich soll die Zukunft gebaut werden! Das Ziel: Die Energiewende gestalten - das heißt die Braunkohle durch Erneuerbare ersetzen, über 2000 Arbeitsplätze schaffen und Gründer, Wissenschaft und Industrie an einem Ort zusammen bringen: im Brainergy Park. Was als einfaches Gewerbegebiet gedacht war, soll nun die Ideenschmiede für eine durch erneuerbare Energien gespeiste, CO₂-freie Industrie werden.

Frank Drewes (li.) im Studio mit ModeratorTorsten Knippertz.
© Projektträger Jülich
Frank Drewes (li.) im Studio mit ModeratorTorsten Knippertz.

Co-Geschäftsführer des Brainergy Parks Frank Drewes erklärt im Gespräch mit Moderator Torsten Knippertz, was den Park nicht nur für Start-ups so interessant macht und warum es auch einen Biergarten geben wird. Die Talente sollen aus den fünf umliegenden wissenschaftlichen Institutionen Forschungszentrum Jülich, Fachhochschule und RWTH Aachen, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Fraunhofer-Gesellschaft kommen.

DREWES: Meine Kinder sind völlig fasziniert von Photovoltaik auf den Dächern. Und als ich ihnen erzählt habe, dass bei uns im Brainergy Park jedes Unternehmen verpflichtet ist, Photovoltaik auf seine Dächer zu packen, war er ganz begeistert, weil er direkt instinktiv gesagt hat: Papa, das ist richtig. Und insofern merkt man, dass das, was wir im Brainergy Park vorhaben, genau für diese Generation absolut richtig und selbstverständlich ist.

DREWES: Musik

Knippertz: Hi und Hallo, herzlich willkommen zu unseren Revier Geschichten. Mein Name ist Thorsten Knippertz - und viele fragen sich vielleicht: Was ist das eigentlich, das Rheinische Revier? Was sind seine Geschichten und die der Menschen, die hier wohnen? Was ist die Gegenwart mit dem Kohleausstieg? Wie soll die Zukunft ohne Kohle aussehen? Auch darum geht es in diesem Podcast und deswegen freue ich mich heute auf meinen Gast, auf Frank Drewes. Hallo!

Drewes: Vielen Dank.

Knippertz: Sein Auftrag: Gründer, Unternehmen und Firmen ins Rheinische Revier zu locken. Wir werden später auch noch ein bisschen mehr zu ihm privat hören. Er ist Co-Geschäftsführer des wohl spannendsten aktuellen Zukunftsprojektes im Revier, dem Brainergy Park bei Jülich. Und er hat sich viel vorgenommen für die nächsten Jahre. Aber erst mal zum Rheinischen Revier, um das nochmal einzuordnen. Was viele vielleicht kennen, sind die riesigen Tagebaue bei Inden, Hambach und Jülich und viele wissen, was es für die bedeutet, die ihre Heimat dort wegen der Kohle verlassen mussten oder müssen, bzw. die Jobs rund um den Tagebau verlieren, wenn irgendwann mal mit dem Kohleabbau Schluss ist. Was nicht so bekannt ist: was daraus werden soll, wenn die Kohle Geschichte ist, nämlich in spätestens 16 Jahren – Stand jetzt –, also 2038, vielleicht aber auch schon deutlich früher. Damit wird ja gerade heftig diskutiert. Und hier kommt der Brainergy Park ins Spiel.

Knippertz: Signatur Deutsche Welle

Knippertz: Ja, vielleicht kennen Sie das noch, das ist oder war die Signatur der Deutschen Welle. Und wer die riesigen Sendemasten-Anlagen auf der Fahrt nach Jülich dort hat stehen sehen, der wusste: Gleich bin ich zu Hause. War das bei Ihnen auch so, Frank Drewes?

Drewes: Ich kann mich auch noch an Urlaubsfahrten erinnern, wo meine Eltern mir sagten: Jetzt siehst du gleich die roten Lampen, wir brauchen noch eine halbe Stunde bis Aachen. Und das war natürlich immer ein sehr wohliges Gefühl.

Knippertz: Ja inzwischen sind die Sendemasten weg. Der Brainergy Park hat genau dort jetzt auf rund sieben Hektar, glaube ich, also rund zehn Fußballfeldern, um das mal so einzuordnen, die Zelte bzw. Container aufgestellt. Und Brainergy Park ist ja eine Hälfte "Brain" und die andere "Energy". Von hier aus soll nämlich in Zukunft all das gestaltet werden, was man Energie-Themen nennt. Und darum geht es, Zukunft für die Menschen zu schaffen, hier soll ein toller Lebensraum entstehen, mit super Jobs und einem einmaligen Freizeitangebot – auch nicht ganz unwichtig. Und mitverantwortlich dafür, wie das eines Tages aussehen soll, seid ihr, sind Sie, ist Frank Drewes. Seit sieben Jahren sind Sie, glaube ich, dabei?

Drewes: Ich habe es jetzt gar nicht ausgerechnet. Ich bin schon gefühlt ewig dabei. Ich bin von Hause aus in einer städtischen Entwicklungsgesellschaft unterwegs gewesen, die Wirtschaftsförderung und Baugebietsentwicklungen gemacht hat. Und als dann seinerzeit unser altes Gewerbegebiet vollgelaufen ist, kam dann die Bitte an mich: Kannst du nicht mal schauen, ob es nicht weitere Flächen gibt, die man so entwickeln könnte? Und so bin ich dann sukzessive in den Brainergy Park hineingewachsen. Es war ursprünglich mal ein ganz kleines kommunales Gewerbegebiet und ist heute eine Fläche mit insgesamt 52 Hektar, auf denen wir in Zukunft bis zu 2.500 bis 3.000 neue Arbeitsplätze schaffen wollen.

Knippertz: Ja, das ist ja das Ziel, schon seit sieben Jahren, attraktive Möglichkeiten für Wissenschaftler, für Gründerinnen und Gründer, für große/ kleine Firmen, für Unternehmen zu schaffen, sich anzusiedeln und an der Zukunft zu arbeiten. Ist das genau das Spannende für Sie an diesem Brainergy Park oder gibt es vielleicht irgendetwas, was wir noch gar nicht so auf dem Schirm haben?

Drewes: Das Spannende am Brainergy Park ist, dass man die einmalige Chance hat, die Stärken der Region zu bündeln und ein Projekt von Anfang an zu entwickeln. Das macht mir wahnsinnig viel Spaß. Wir haben jetzt zunächst das Konzept entwickelt. Wir haben noch vor zwei Jahren mit drei Kollegen in einem umgebauten Gymnastikraum im Keller des Jülicher Rathauses gesessen und sind mittlerweile in den Brainergy Park hochgezogen. Und es ist für uns alle im Team wunderbar zu sehen, dass tagtäglich die Baumaschinen an unseren Fenstern vorbeirattern und dass man auch sieht, dass jetzt etwas passiert. Die Erschließungsstraßen werden gerade gebaut, wir werden im September damit fertig sein. Und damit haben wir natürlich einen ganz konkreten ersten Schritt genommen und wir freuen uns sehr darauf, wie wir das Gebiet jetzt in Zukunft weiterentwickeln und vermarkten können.

Knippertz: Und was passiert dann da? Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das im Prinzip ein Gewerbepark mit dem Schwerpunkt Energie.

Drewes: Wir haben uns damals darauf fokussiert, dass der Tagebau in Inden 2030 auch ganz offiziell aus dem Betrieb gehen wird. Und wir haben uns damals gesagt, wir brauchen ein Angebot für die Region. Und wir sind immer in unserer Region sehr stark gewesen im Bereich der Energiewirtschaft. Und wir haben uns umgeschaut und haben natürlich festgestellt, dass diese Bereiche „Neue Energien“ eine der Leitthemen sind, die wir beim Forschungszentrum in Jülich finden, aber auch bei der Fachhochschule Aachen, Campus Jülich. Und dann haben wir gesagt, diese Themen, die wollen wir explizit im Brainergy Park Jülich aufgreifen und dort Angebote schaffen für Unternehmen, aber auch für Start-ups, die sich genau mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen. Und diese Idee hat sich bisher als sehr, sehr tragfähig erwiesen. Wir erfahren ein sehr großes Maß an Interesse. Das führt dazu, dass wir, Stand heute, rund 3/4 unseres Gebietes, das 52 Hektar groß ist, schon reserviert haben an Unternehmen, aber auch an Akteure, die sich mit dem Bereich der neuen Energien auseinandersetzen werden.

Knippertz: 52 Hektar?

Drewes: 52 Hektar, genau.

Knippertz: Also eben habe ich ja gesagt sieben. Das heißt, da ist noch Platz?

Drewes: Da ist noch Platz. Aber es ist für unsere Region schon ein sehr großes Gebiet. Das ist ein echtes Brett und wir freuen uns sehr, dass auch diese thematische Fokussierung gerade von der Wirtschaft, aber auch von den Forschungseinrichtungen, explizit angenommen wird.

Knippertz: Wenn das so gut angenommen wird, das heißt, da entstehen auch viele Arbeitsplätze?

Drewes: Da entstehen konkret Arbeitsplätze. Die ersten Grundstückskaufverträge werden wir jetzt in drei bis vier Wochen abschließen und wir haben, Stand heute, vier bis fünf Unternehmen, die noch in diesem Jahr den Spatenstich machen werden, sodass da ganz konkret viele neue Arbeitsplätze entstehen werden. Die Unternehmen, die zu uns kommen, sind sehr daran interessiert, in dieses innovative und kreative Umfeld des Brainergy Parks zu kommen. Weil wir nicht nur ein Gewerbepark sein werden, sondern wir haben eine sehr enge Kooperation mit den regionalen Forschungseinrichtungen, mit dem Forschungszentrum Jülich, mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik, mit dem Fraunhofer Institut und auch mit der RWTH Aachen. Das heißt, wir haben insgesamt fünf große Forschungs- und Lehreinrichtungen in Jülich oder in der unmittelbaren Nähe von Jülich. Und das ist für einen solchen Standort einzigartig. Und da ist natürlich eine Kompetenz und ein Wissensschatz, den es für uns dann auch zu heben gilt. Und das ist wahnsinnig spannend für die Unternehmen, daran teilzunehmen.

Knippertz: Ja, das ist ja eigentlich auch ganz cool, wenn man viele Studierende da in der Nähe hat.

Drewes: Ja, also die Fachhochschule Campus Jülich. Wir als Jülicher sagen immer so ein bisschen "Fachhochschule Jülich", aber formal korrekt ist natürlich Fachhochschule Aachen, Campus Jülich. Dieser Campus ist 300 Meter Luftlinie von uns entfernt und wir haben eine sehr starke Kooperation auch mit der Fachhochschule. Und wir sehen natürlich genau diese Studentinnen und Studenten als ein sehr gutes Pfund, was für die Unternehmen hochspannend ist. Das Thema Fachkräftesicherung, Fachkräftegewinnung, ist ein sehr, sehr großes. Und dort haben natürlich Unternehmen die ganz spannende Chance, solche Menschen sehr frühzeitig an sich zu binden.

Knippertz: Ja, oft studieren ja in Städten. Ich kenne das aus Mönchengladbach, da haben wir auch eine Fachhochschule. Aber dann, wenn fertig studiert ist, switchen sie irgendwann wieder rüber in die größeren Städte, in die Metropolen. Aber ist das vielleicht auch eine Chance, dass jetzt, in der mittleren Zukunft, im Rheinischen Revier auch tolle Freizeitmöglichkeiten entstehen.

Drewes: Ja, sicherlich. Also es geht um das Thema Freizeitmöglichkeiten, es geht um das Thema Lebensqualität. Und, was wir im Brainergy Park ganz klar als Fokus haben, wir wollen, dass, wenn sie im Brainergy Park arbeiten, dass sie natürlich ein tolles Umfeld erleben, aber dass sie auch ein Umfeld erleben, was ihnen Spaß macht, wo sie ihre Freizeit verbringen können, wo sie einen Ausgleich haben. Das heißt, bei den Sachen, die wir gerade planen, unser neues Gründerzentrum, unsere Landschaftsplanung, haben wir ein ganz klares Augenmerk darauf, dass wir Orte der Begegnung schaffen. Und da gehört dann auch mal ein Biergarten dazu. Da wird man erst mal gefragt, warum braucht es einen Biergarten in einem Brainergy Park. Und da ist unsere ganz klare Antwort: Wir wollen, dass die Menschen Freitagnachmittags nicht um 15.00 Uhr sofort nach Hause fahren, sondern sagen: "Mensch, das Wetter ist schön, lass uns noch ein bisschen hierbleiben, lass uns noch mal austauschen". Und dieses Milieu, wo man sich austauschen kann und will, das wollen wir schaffen. Und da haben wir die eine oder andere sehr gute Idee, wie wir das machen können.

Knippertz: Jetzt haben wir eben über Arbeitsplätze gesprochen. Es heißt ja, dass, nur was die Kohle betrifft, 9.000 Arbeitsplätze wegfallen, dann vielleicht noch mal ca. 5.000, die daran hängen. Was für Hoffnungen haben Sie denn, was jetzt den Brainergy Park betrifft? Wie viel Arbeitsplätze da entstehen können? Kann man da Zahlen nennen?

Drewes: Ja, da können wir Zahlen nennen. Wir hatten ursprünglich mal eine Zielsetzung von 2.000 Arbeitsplätzen, die aber peu à peu nach oben korrigiert wird. Wir sind im Moment in einer Größenordnung von 2.500 Arbeitsplätzen unterwegs, aber ich will auch 3.000 nicht ausschließen, weil der Grundgedanke derzeit sehr, sehr gut funktioniert. Wir sind im Moment in einer Phase, wo wir, wie gesagt, sehr viele Ansiedlungen haben von Unternehmen, die im Grunde genommen ihre Mitarbeiterzahlen verdoppeln wollen, wenn sie zu uns in den Park kommen. Das ist zum einen schon mal eine sehr, sehr gute Ausgangslage, aber wir wollen auch explizit auf das Thema Start-ups und Gründungen gehen, um wirklich konkret neue Arbeitsplätze zu schaffen. Und da ist unsere Ausrichtung, dass wir Kompetenzen der regionalen Forschungseinrichtungen und Wissen der regionalen Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellen, quasi aufschließen für junge Menschen, die kommen und sagen, ich würde gerne gründen. Und das ist natürlich für diese Menschen sehr, sehr interessant und spannend.

Knippertz: Ja Start-ups, Gründerinnen und Gründer sind gefragt bzw. will man haben. Wie kann das Rheinische Revier punkten? Wie kann der Brainergy Park punkten im Gegensatz zu großen Städten?

Drewes: Wir haben uns natürlich sehr konkret mit der Frage beschäftigt und Hotspots für Gründer sind Berlin, Köln-Ehrenfeld, sicherlich auch Aachen. Das hat sehr viel, glaube ich, auch mit Lifestyle und Attraktivität dieser Großstädte zu tun. Und dann muss man sicherlich gute Angebote und Antworten liefern, warum junge Menschen zu uns zum Gründen kommen sollen. Und daran haben wir gearbeitet und ich glaube, wir haben sehr gute Ideen entwickelt. Eine Idee ist das Projekt Start-up Village. Da ist im Grunde genommen der Gedanke, eine Art Dorfstruktur zu errichten aus Holz-Modulen. In der Mitte wird es ein schönes Café geben. Wir haben uns die Idee in Amsterdam angeschaut und letztendlich uns dort auch inspirieren lassen. Dort gibt es bereits ein Start-up Village auf einem Parkplatz der Universität Amsterdam und das wird sehr gut angenommen. Da sind sehr, sehr viele jungen Menschen, die da arbeiten und wir sind derzeit dabei, die Ausschreibung für die baulichen Anlagen zu machen. Wir haben die Planung, dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres dieses Gebäude-Ensemble errichtet haben werden und haben dann, glaube ich, ein sehr attraktives, städtebauliches Angebot. Dazu gehört auch, dass wir zum Beispiel eine „Spanische Treppe“ haben, wo sie dann im Sommer mal in der Abendsonne sitzen können. Ich bin sehr guter Dinge, dass es da auch mal einen Grill gibt, den man mal des Nachmittags dann anwerfen kann. Das heißt, die Atmosphäre, die wird, glaube ich sehr, sehr spannend und inspirierend sein. Aber das alleine, das reicht natürlich noch nicht. Und wir haben für uns ein Konstrukt überlegt, das wir insgesamt Transfer Manager in die großen Forschungseinrichtungen schicken werden. Vielleicht sollte ich mal den Begriff des Transfer Managers ein bisschen mit Leben füllen.

Knippertz: Kenn ich nur aus der Bundesliga.

Drewes: Ja genau… Ach so schlecht ist das Bild gar nicht mit der Bundesliga. Also unsere Transfer Manager gehen zum Beispiel in das Forschungszentrum Jülich und schauen explizit: Gibt es im Forschungszentrum Gründerpersönlichkeiten? Das ist eigentlich ein klassischer Ansatz. Wir haben aber nicht nur die Idee, dass wir schauen, gibt es Gründungspersönlichkeiten, sondern wir wollen halt schauen: Gibt es da Gründungswissen. Und das ist noch mal ein ganz neuer Ansatz. Das heißt, wir gehen genau in diese Einrichtung hinein und schauen, was gibt es an Kompetenzen und an Wissen, was man für Gründungen nutzen könnte. Und dann gibt es ja in der Start-up-Szene parallel die Entwicklung, dass es sehr viele junge Menschen gibt, die unbedingt gründen wollen, aber noch gar keine Idee haben oder noch gar keine Technologie haben. Und wenn wir diese Menschen dann nach Jülich holen und ihnen, ich sage mal, die Schatztruhe der regionalen Forschungseinrichtungen aufschließen und wie in einem Schaufenster diesen jungen Menschen dann zeigen: Hier ist das Wissen von fünf großen Forschungs- und Lehreinrichtungen. Und ihr könnt dann auf die Menschen, die diese Technologien entwickelt haben, zugehen und sagen: Wollt ihr vielleicht mit uns zusammen in Richtung Start-up gehen? Dann ist das, glaube ich, ein komplett neuer Ansatz. Und das beantwortet für uns dann auch sehr konsequent die Frage, warum sollte ein Mensch dann aus München oder aus Berlin oder Köln zu uns kommen. Die Antwort ist, weil er hier quasi ein Schaufenster hat und einen Service hat, wo er dann dieses Gründungswissen bekommt. Und das ist nach unserem Dafürhalten ein Angebot, was im Moment in Deutschland einmalig ist.

Knippertz: Und wie schaut man sich das an in den Einrichtungen? Geht man in die Mensa und guckt, wer besonders schlau aussieht? Oder einfach das persönliche Gespräch? Oder wie kriegt man das raus?

Drewes: Also ich glaube auch, dass unsere Transfer Managerinnen und Manger das eine oder andere Mal in der Mensa sein werden. Nein, aber wir schicken sie explizit Vollzeit in die Forschungseinrichtungen hinein. Und wir haben mittlerweile den Leiter dieses Projektes eingestellt. Der ist jetzt seit einem halben Jahr dabei. Wir haben jetzt die ersten zwei Mitarbeiter gewonnen, einen fürs Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik, eine schon für die RWTH. Für das Forschungszentrum in Jülich sind wir auch gerade in vielversprechenden Gesprächen. Und diese Menschen gehen wirklich konkret in die Forschungseinrichtung hinein. Und auf der anderen Seite sagen uns diese Einrichtungen auch: Das ist ein komplett neuer Ansatz, wir wollen da unbedingt mitmachen. Wie können wir dieses Wissen nutzen? Weil ein Teil der Wahrheit ist natürlich auch, wenn man jetzt mal das Forschungszentrum Jülich nimmt, aber auch die RWTH oder das DLR: Ab einem gewissen Alter sind sie nicht mehr so risikoaffin und wollen gründen. Das ist ja völlig menschlich. Wenn sie irgendwann mal Mitte 30 oder Anfang 40 sind, haben vielleicht einen Immobilienkredit und Kinder, dann gehen sie nicht mehr „all-in“, sondern dann verlassen sie einen solch sicheren Hafen nicht mehr. Und da ist der Gedanke, dass man als Technologiegeber sich mit jungen Menschen zusammentut und sagt: Ja, ihr tragt das Risiko, ich gebe mein Wissen hinein, ich begleite euch ein bisschen. Aber man muss nicht in das persönliche Risiko gehen, meine bisherige Stelle aufzugeben. Und da können wir, glaube ich, ganz neue Impulse geben, weil wir schon sehr sehen, dass da ganz viele Schätze und Technologien schlummern, die man da herausziehen kann. Das ist ein Weg, der bei unseren Partnern sehr gut ankommt und deshalb sind wir ausgesprochen guter Dinge, dass dieser Ansatz, ein Schaufenster zu schaffen, auch funktionieren wird.

Knippertz: Also das heißt, so die Erfahrung mit der Risikofreudigkeit der Jugend zu verbinden. Da ist ein Erfahrener, der nimmt Jüngere an die Hand und sagt: Guck mal, ich zeig dir mal, wo du dein Wissen oder auch deine Risikobereitschaft noch besser einbringen kannst.

Drewes: Ja, genau so! Also klassische Gründer sind jung und sind sehr risikoaffin. Ich glaube, man muss da auch fast ein bisschen tollkühn sein, um das zu machen. Und das passt dann sehr, sehr gut zusammen, wenn man dann ein solches Couple bildet. Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr schöner Ansatz.

Knippertz: Was ich super spannend fand eben ist das Brainergy Village, nee das Start-up Village mit der „Spanischen Treppe“. Gibt es dann demnächst die „Jülicher Treppe“?

Drewes: Wir haben noch keinen Namen gefunden, aber ich würde die „Jülicher Treppe“ direkt mal adaptieren und Ihnen dann die Begrifflichkeit sehr gerne zuschreiben.

Knippertz: Dann möchte ich aber gerne beim Spatenstich bzw. bei der Einweihung dabei sein!

Drewes: Ja, also die Einladung ist hiermit offiziell ausgesprochen!

Knippertz: Okay, ich komme vorbei. Gibt es etwas zu essen?

Drewes: Es wird auch etwas zu essen geben. Das ist ganz, ganz wichtig. Dieses Start-up Village wird auch eine kleine Cafeteria haben. Und ich habe das eben so ein bisschen schon in den Vordergrund gestellt. Natürlich hat das einen ernsten Hintergrund, aber es muss Spaß machen, an diesem Ort zu sein. Und dieses Konzept wurde einmal in Namibia als Entwicklungshilfe-Projekt umgesetzt, einmal als Projekt in Amsterdam, darüber haben wir schon gesprochen. Und es gibt zweimal dieses Projekt als Party Location in England und ich glaube, diese Verschneidung von Start-up und so ein bisschen Party, das ist richtig. Und ich glaube, wenn dann am Freitag- und Samstagabend die Menschen aus Jülich und Titz und Niederzier und aus der ganzen Region zu uns strömen, weil sie sagen, das ist so richtig schön und spannend und kreativ, dann haben wir einen richtig guten Job gemacht.

Knippertz: Also die, die sonst immer, keine Ahnung… eher so Richtung Köln fahren oder vielleicht sogar in die anderen Länder, um Party zu machen, die kommen dann dahin?

Drewes: Ja, also ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass wir eine reine Party Location bauen. Ich glaube, da würden uns die Fördermittelgeber auch sehr kritisch hinterfragen. Nein, aber dieser, dieser Lifestyle, der gehört dazu. Und dazu gehört auch, dass da sicherlich freitagabends mal eine Grillparty vonstattengehen wird.

Knippertz: Und, habe ich mir gemerkt, Biergarten ist auch da! Also wie gesagt, ich komme vorbei.

Drewes: Okay, gerne.

Drewes: Musik

Knippertz: Jetzt kommt noch eine kleine Rubrik, und zwar bitte ich Sie darum, jetzt kurz und knackig, so heißt diese Rubrik auch, zu antworten. Drei persönliche Fragen. Hier ist Frage Nummer eins. Was ist für Sie die einzig wahre Energie der Zukunft?

Drewes: Es gibt nicht die einzig wahre. Es wird ein Mix sein.

Knippertz: Wie heizen Sie persönlich Ihr Haus?

Drewes: Noch mit Erdgas, leider.

Knippertz: Wobei oder wie sparen Sie persönlich gerade am meisten Energie?

Drewes: Ich fahre viel mehr Bahn und ich konsumiere deutlich weniger.

Knippertz: Okay, Dankeschön für die kurzen, knackigen Antworten. An eine schließe ich aber trotzdem direkt an: Was zum Beispiel weniger?

Drewes: Ich finde zum Beispiel, ich habe zwei Kinder und ich habe mit Erstaunen festgestellt, dass Spielzeug immer größer aus immer mehr Plastik hergestellt wird und immer günstiger wird. Und da sind wir sehr stark unterwegs und sagen, wir müssen jetzt nicht mehr jedes Teil kaufen, weil das wird dann ein paar Wochen bespielt und da verbrennt man auch ganz viel Energie und wird CO2 ausgestoßen und da reduzieren wir erheblich den Konsum derzeit.

Knippertz: Wie sieht es aus mit dem weniger Autofahren? Dafür braucht man entweder ein gutes Fahrrad oder einen guten öffentlichen Nah- oder Mittel-Verkehr.

Drewes: Ja, das ist richtig. Wir beschäftigen uns mit der Mobilität im Brainergy Park. Da werden wir sehr stark auf E-Scooter gehen, aber natürlich auch mit der überregionalen Mobilität. Und für uns ist das Thema Fahrradfahren ganz, ganz wichtig. Das heißt, wir haben in allen Gebäuden, die wir planen, Duschen drin. Ich bin selber begeisterter Fahrradfahrer. Das heißt, wenn ich mich ein bisschen anstrenge, würde ich mit meinem Fahrrad in ungefähr einer Stunde 20 von meinem Wohnort nach Jülich kommen. Aber dann muss ich duschen. Das heißt, wenn wir dann mal demnächst in ein Bürogebäude einziehen, wo es Duschen gibt, dann werde ich auch öfters mit dem Fahrrad kommen.

Knippertz: Ja, das kenne ich selbst. Wenn ich zum Borussia Park fahre, zum Beispiel mit dem Fahrrad, bin ich auch meist erst mal klatschnass geschwitzt und denke dann, so kann ich mich jetzt aber nicht entweder an den Schreibtisch setzen oder direkt auf den Platz gehen, obwohl es zum Fußball vielleicht sogar noch eher passen würde, als zu Büroarbeit. Auf jeden Fall gut mitgedacht, dass man da genug Duschräume mitdenkt!

Knippertz: Und der überregionale Verkehr. Also wenn man nicht mit dem Fahrrad fahren möchte und duschen möchte, muss man da wahrscheinlich auch mit den anderen Kommunen noch sprechen oder auch mit den Verkehrsbetrieben?

Drewes: Ja, in der Tat, wir sind angebunden an die Ruhrtalbahn. Da ist der nächste Haltepunkt ungefähr 300 Meter entfernt. Und wir arbeiten gerade ganz konzentriert daran, dass die geplante Revier-S-Bahn auch einen Haltepunkt im Brainergy Park Jülich haben wird.

Knippertz: Aber eins, was vielleicht auch gerade die Jüngeren locken könnte, ist ja auch das Thema, mit dem sie sich befassen. Es geht um Energieversorgung und das ist ja aktueller denn je. Stichwort: Energiewende, Energieversorgung der Zukunft.

Drewes: Absolut. Also wir merken das auch in der Bevölkerung bei uns. Es ist eine wahnsinnige Begeisterung dafür, dass wir diese Themen besetzen und dass wir sie derzeit sehr erfolgreich besetzen. Wir sind mit dem Bereich "Neue Energien" angetreten und haben das bewusst sehr breit gefasst. Wir sind aber mittlerweile de facto einer der größten Wasserstoff-Hubs in Deutschland oder fast in Europa. Wie ist das gekommen? Wir haben ein sehr großes Projekt des Forschungszentrums Jülich. Das ist das größte Projekt im ganzen Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier. Das hat den Namen Helmholtz-Cluster Wasserstoffwirtschaft. Und Cluster besteht… Cluster ist ein Fachbegriff aus der Geografie und bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass man Aktivitäten an einem Ort zusammenfasst. Das bedeutet für uns, viele Aktivitäten aus dem Bereich Wasserstoffwirtschaft sollen explizit bei uns im Brainergy Park zusammengefasst werden. Mit dem Herrn Prof. Wasserscheid, der dieses Helmholtz-Cluster Wasserstoffwirtschaft leitet, haben wir einen Menschen, der weltweit führend in der Technologie ist, wie kann ich Wasserstoff flüssig machen. Ganz vereinfacht haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können Wasserstoff entweder in Druckbehälter pumpen und lagern oder sie machen es flüssig. Und mit dieser Flüssig-Technologie sind Sie grundsätzlich in der Lage, zum Beispiel in sonnenreichen Staaten in Afrika, grünen Wasserstoff zu produzieren, diesen Wasserstoff dann auf Tankschiffe zu verladen, das dann in Europa anzulanden und per Pipelines dann hier in unsere Regionen zu transportieren. Da steckt noch viel Arbeit hinter, leider. Aber ich glaube, es ist eine fantastische Zukunftstechnologie. Und man muss wissen, dass dieses Helmholtz-Cluster Wasserstoffwirtschaft bis 2038 mit fast 1 Milliarde Euro gefördert werden wird. Dort entstehen perspektivisch bis zu 1.000 Arbeitsplätze von Menschen, die in der Forschung arbeiten, die über Drittmittel dazukommen, die aber nicht im Bereich der Grundlagenforschung unterwegs sind, sondern die den ganz klaren Auftrag haben, diese Technologie zu nehmen und – wieder den Begriff des Schaufensters nutzend – der Wirtschaft, aber auch Start-ups zur Verfügung zu stellen. Das heißt, da wird es keinen Zaun geben und keine Geheimniskrämerei, sondern es ist explizit die Einladung: Kommt zu uns in den Brainergy Park, kommt in den Cluster Wasserstoffwirtschaft und guckt, was da passiert.

Knippertz: Okay, also so wie Open Source bei Computerprogrammen?

Drewes: Ja, genau. Das ist ein fantastisches Bild, wie ich finde. Und wir merken das jetzt: Ich hatte gestern schon ein erstes Gespräch mit einem Unternehmen, was sagte: Ich will sofort in den Brainergy Park kommen. Wir gründen jetzt eine Tochtergesellschaft. Kann ich schon mal bei euch eine Adresse haben, dass wir loslegen können? Und in einem halben Jahr bis neun Monaten kommen wir schon mit den ersten zehn Menschen, weil, wir möchten von Anfang an mit dabei sein. Und dieses mit dabei Sein ist natürlich für die Region eine riesengroße Chance. Wir reden da über Start-ups, die wirklich einen Grund haben zu kommen, weil die Technologie bei uns verfügbar ist. Wir gehen aber auch davon aus, dass unterwegs Entwicklungsabteilungen von mittleren und größeren, aber auch Konzernstrukturen zu uns kommen, wo sie einfach sagen: Ich schick mal zwei, drei Menschen zu diesem Helmholtz-Cluster, die sollen mal schauen, was passiert da. Gibt es Technologien, die für uns spannend sind? Gibt es da Business Cases? Gibt es da Modelle, mit denen wir Geld verdienen können? Und wenn Sie diese Leute schon da haben und da ist etwas Spannendes dabei, dann sind das plötzlich nicht mehr zwei Leute, sondern fünf Leute. Und dann entwickelt sich da wieder eine neue Unternehmens-Abteilung genau in diesem Zukunftsfeld. Und das ist für uns fantastisch und macht natürlich super viel Spaß.

Knippertz: Also wichtig für die, die diesen Podcast hören, ist ja wahrscheinlich auch, das soll dann irgendwann mal dahin gehen, dass man eben mit Wasserstoff Auto fahren kann, heizen kann. Oder ich habe noch eine Ölheizung... Wie heizen Sie?

Drewes: Ich heize derzeit noch mit Erdgas. Wir wohnen in einem Neubau, der mittlerweile auch schon wieder acht Jahre alt ist. Das heißt gut gedämmt. Aber klar, wenn man im Brainergy Park arbeitet und sich so mit der Thematik beschäftigt, dann entwickelt man auch für sich Ideen. Und ich würde gerne kurz- bis mittelfristig dahin kommen, dass wir klar elektrisch uns aufstellen. Heißt: viel Photovoltaik auf das Dach, Wärmepumpe, Batterie in den Keller. Also diesen Ansatz, den habe ich auch für mich privat. Wenn ich mal wieder ein bisschen Zeit finde zum Frickeln und zum Projektieren zu Hause, dann mache ich das auch noch mal.

Knippertz: Also, beim Stichwort Energie denken viele ja im Moment hauptsächlich erst mal an, wie kann ich preiswert Energie bekommen. Und das zweite, vielleicht sogar noch wichtigere, wie kann ich Energie auch klima- entweder neutral oder zumindest klimaschonend bekommen und einsetzen. Wie steht es da mit dem Wasserstoff?

Drewes: Ich halte Wasserstoff da für einen Teil der Lösung. Ich gehöre zu den Menschen, die glauben, dass wir für die Energieversorgung der Zukunft verschiedenste Energieträger brauchen. Wir werden ein Puzzle, einen bunten Mix, von Erneuerbaren brauchen und da wird Wasserstoff natürlich eine Rolle spielen. Und ich bin mir auch sehr sicher, dass auch gerade vor der Fragestellung des aktuellen Ukraine-Krieges die Frage, wie können wir Energie speichern, nochmal höchst wichtig wird. Energiepolitik war lange Zeit Klimapolitik. Mittlerweile ist das ja auch sehr stark Sicherheitspolitik. Und deshalb glaube ich, dass die Fragestellung, wie kann ich Energie speichern, wie kann ich Energie managen, das wird ganz wichtig sein. Und das sind genau die Themen, die wir im Brainergy Park konkret adressieren. Und mir ist ganz wichtig, ich habe eben davon gesprochen, dass wir schon die Bagger im Park haben. Der Helmholtz-Cluster Wasserstoffwirtschaft ist nicht etwas, was auf dem Papier besteht, sondern wir haben diesen Montag die ersten 110 Büro-Arbeitsplätze an den Helmholtz-Cluster Wasserstoffwirtschaft bei uns im Brainergy Park übergeben. Das heißt, hier ziehen also jetzt innerhalb der nächsten Wochen auch die ersten Menschen genau zu diesem Thema zu uns in den Brainergy Park. Man kann das vor Ort sehen und das ist für uns existenziell, dass wir mit einem hohen Maß an Geschwindigkeit diese Entwicklung vorantreiben. Und auch das ist ein Alleinstellungsmerkmal bei uns im Park: Wir sind in Kombination mit unseren drei Gesellschafter-Kommunen Jülich, Titz und Niederzier, und auch dem Kreis Düren, der bei uns eine wichtige Rolle spielt, immer in der Lage und Willens, solche Projekte zu unterstützen und zu fördern, indem wir sehr schnell Planungsrecht schaffen, indem wir sehr schnell Baugenehmigungen erteilen und dann auch solche Immobilien bereitstellen. Das ist ganz wichtig.

Knippertz: Also, es wird schon gebaut. Die Lastwagen fahren schon dort. Es gibt ja nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Jobs suchen. Was wird denn sonst noch an Jobs zur Verfügung gestellt? Techniker?

Drewes: Ja, also ich glaube, ganz wichtig ist, zu wissen, dass, wenn wir über Arbeitsplätze in der Forschung reden, die jetzt hier gerade auch im Strukturwandel gefördert werden, dann sind es zum ersten Arbeitsplätze, die ganz klar transferorientiert sind, also mit Blick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Aber auf jeden Forscher kommen zwei Menschen, die nicht in der Forschung arbeiten, in der Verwaltung und Techniker. Also das Verhältnis muss man sich nochmal vergegenwärtigen. Und natürlich haben wir im Brainergy Park nicht nur die Forschung im Blick. Ich habe das eingangs gesagt, wir haben sehr viele Unternehmen aus der Region, die auch im produzierenden Gewerbe unterwegs sind, die jetzt kurzfristig auch teilweise ihre Mitarbeiterzahlen verdoppeln, die aber ganz klar sagen: Ja, für uns ist das super spannend zu schauen, was passiert da, wie kann ich da Innovationen mitnehmen. Und ich glaube auch gerade, dass der Wettbewerb um Arbeitskräfte immer weiter zunehmen wird. Und mit dem Brainergy Park wollen wir ein Angebot schaffen, wo wir auch im ländlichen Raum in der Lage sind, genau diese Talente zu uns ins Rheinische Revier zu holen. Bzw., wir haben eben darüber gesprochen, auch die Talente, die bei uns ausgebildet werden, zu halten, damit die nicht alle dann abwandern. Und das ist natürlich auch eine ganz klare Zielsetzung von uns.

Knippertz: Ich habe noch eine andere Frage. Es heißt ja auch, die Rheinschiene sei durch die Kohle die wichtigste Versorgerin der wohl bedeutendsten Chemieunternehmen in Europa geworden. Das soll jetzt durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Wie passt das zusammen? Können Sie das vielleicht ein bisschen näher erklären?

Drewes: Ja, das ist natürlich eine große Zukunfts-Herausforderung. Wir haben eigentlich da drei Ansätze, die wir verfolgen. Wir haben über das Thema Wasserstoff gesprochen, über die Speicherung. Wir sind aber auch derzeit unterwegs, dass bei uns im Brainergy Park aktiv Wasserstoff produziert wird. Da gibt es ein Konsortium der Industrie, was einen großen Wasserstoff-Elektrolyseur errichten und betreiben will. Auch das ist natürlich der nächste Schritt in eine Energieversorgung. Und dann sind wir selber im Park so aufgestellt, dass wir ein innovatives Energiesystem errichten und betreiben wollen, an dem wir dann auch zeigen und ausprobieren können, wie kann man Sektor-Kopplung auch in der Fläche betreiben. Es geht ja nicht nur um die Speicherung, es geht auch darum, wie kann ich Lastgänge managen. Und mit diesen Fragestellungen beschäftigen wir uns auch sicherlich im Brainergy Park.

Knippertz: Ein ganz wichtiger Bereich, der uns ja alle betrifft, ist der Wärme-Sektor, damit es im Winter bei uns zu Hause im Winter schön warm ist. Gibt es da auch einen konkreten Beitrag, den der Brainergy Park leisten kann?

Drewes: Ja, das ist wieder das Energie- und Wärmekonzept. Derzeit ist unsere Überlegung ein Nahwärmenetz in den Park zu legen und innerhalb dieses Nahwärmenetzes dann zum Beispiel auch Abwärme von produzierenden Unternehmen zu nehmen und zu verschieben. Und wir beschäftigen uns gerade mit der Aufgabenstellung, wie kann man einen solchen Park möglichst CO2-neutral versorgen. Und die Ergebnisse, die wir gerade erzielen, können wir natürlich und werden wir natürlich auch zur Verfügung stellen für weitere Folgeprojekt in der Fläche. Die Frage, wie man Wohnquartiere versorgt, ist eine Frage, mit der man sich schon länger beschäftigt. Wie man ganze Gewerbequartiere versorgt, gehört sicherlich auch zu den Zukunftsaufgaben. Und das machen wir gerade.

Knippertz: Jetzt kurz etwas Biographisches. Da sind wir noch gar nicht so richtig darauf eingegangen. Sie haben eben den Ukraine Krieg erklärt und haben vielleicht eine besondere Beziehung dazu. Wenn ich mir die Biografie anschaue. Sie kommen aus der Stadtentwicklung, haben an der RWTH Aachen studiert, waren aber auch mal in Lettland für ein Praktikum, glaube ich. Können Sie deswegen vielleicht die Sorgen der baltischen Länder verstehen?

Drewes: Ja, ich war, glaube ich, 2006 war das, drei Monate in Riga in Lettland und habe dort ein Praktikum im Wirtschaftsministerium gemacht. Habe mich da so ein bisschen mit Strukturwandel und Transformation beschäftigt, insofern passte das damals schon ganz gut. Das war eine sehr schöne und sehr spannende Zeit und ich habe dort auch viele Freunde und Menschen kennengelernt. Und ich habe das damals immer mit so ein bisschen Verwunderung gesehen, dass damals die lettische Bevölkerung gegenüber den großen Nachbarn immer mit ein bisschen Misstrauen unterwegs war und habe das immer für ein bisschen überzogen gehalten und muss dann im Nachgang sagen: Ja, die Kollegen in Lettland hatten seinerzeit schon recht, und da war und ist im erheblichen Maße Vorsicht geboten.

Knippertz: Also das heißt, Sie haben auch Empathie dafür, dass man sich so schnell wie möglich von fossilen Brennstoffen trennt und 100 % auf Erneuerbare setzt?

Drewes: Ja, also das ist natürlich für mich eine Herzensangelegenheit, wenn man in dem Bereich arbeitet und es zeigt einfach Wir müssen in der Energiepolitik unabhängig werden, damit wir nicht von einzelnen Staaten respektive Machthabern erpressbar sein werden in Zukunft. Und ich glaube, da sind wir genau alle jetzt gehalten, mit viel Tempo dahin zu gehen, dass wir da Technologien entwickeln und Strukturen aufbauen. Und das ist absolut die Zukunft.

Knippertz: Wir wollen auch ein bisschen über Sie persönlich sprechen, Ihre persönliche Biografie. Ich weiß, dass Sie bei der Stadtentwicklung Jülich gearbeitet haben, aber nehmen Sie uns mit. Wer ist Frank Drewes?

Drewes: Genau. Ich hatte nach meinem Studium der Wirtschaft, Geografie und der Volkswirtschaft zunächst ein halbes Jahr in Maastricht gearbeitet, habe von der niederländischen Seite aus das Originale Projekt in Aachen mitbetreut. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Fantastische Stadt, fantastische Menschen in Holland. Und dann habe ich das Angebot aus Jülich bekommen und habe gedacht Ja, das ist sehr spannend, du fängst mal hier an und dann bleibst du vielleicht mal zwei, drei Jahre. Mittlerweile bin ich im 15. Jahr, glaube ich, in Jülich, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich bin groß geworden bei der Stadtentwicklungsgesellschaft, dort mit den Themen Wirtschaftsförderung und Flächenentwicklung groß geworden und bin eigentlich so ein klassischer Projektentwickler. Und was mir wahnsinnig viel Spaß macht, ist, wenn man ein Projekt auf der Fläche umsetzen kann. Also wenn man ganz konkret sieht, was passiert, wenn man geplant hat. Und am Ende des Tages kommt dann der Bagger. Ja, und der Brainergy Park, das ist einfach noch mal größer, noch mal mehr Bagger. Und es ist ein Spielfeld, was man, glaube ich, mit viel Ideen und Kreativität zum Wohle unserer Region bespielen kann. Das machen wir in unserem Team mit großer Leidenschaft. Und insofern ist das für mich erst mal eine Selbstverständlichkeit, dass wir diesen Park fertig bauen. Und bevor wir nicht Gründerzentrum und den ominösen Biergarten gebaut haben, ist der Job da noch nicht erledigt.

Knippertz: Oh, da hat einer noch was vor. Höre ich gerade. Geboren sind Sie, glaube ich, in Aachen.

Drewes: In Aachen, genau.

Knippertz: Jetzt könnte man böse sagen Der will nicht weg aus der Region, der ist so heimatverbunden, der will nur deswegen da bleiben. Ist das auch ein Grund oder ist das der Hauptgrund? Oder was ist der Hauptgrund, dass sie in der Region geblieben sind?

Drewes: Ich bin natürlich auch sehr heimatverbunden, aber wenn man eine der spannendsten Aufgaben im Strukturwandel hat in dieser Branche, warum sollte man dann in die Ferne schweifen, wenn es bei uns so fantastisch ist?

Knippertz: Wir haben jetzt viel über junge Menschen geredet. Ich glaube, sie haben auch Kinder. Was erzählen Sie denen, was sie machen?

Drewes: Ja. Meine beiden Kinder fragen mich immer was, was ich genau arbeite. Und das ist nicht ganz leicht zu erklären. Mein 8-jähriger Sohn hat lange gedacht Ich bin Architekt und baue Häuser. Mittlerweile ist er völlig fasziniert von der Idee, dass wir dort Energie produzieren und an der Energiewende mitarbeiten. Weil meine Kinder sind völlig fasziniert von Photovoltaik auf den Dächern. Und als ich ihm erzählt habe, dass bei uns im Brainergy Park jedes Unternehmen verpflichtet ist, Photovoltaik auf seine Dächer zu packen, war er ganz begeistert, weil er direkt instinktiv gesagt hat Papa, das ist richtig. Und insofern merkt man, dass das, was wir im Brainergy Park vorhaben, genau für diese Generation absolut richtig und selbstverständlich ist.

Knippertz: Wie alt ist er jetzt?

Drewes: Der ist jetzt acht.

Knippertz: Ja, okay. Ab wann kann man gründen? Weiß ich gar nicht.

Drewes: Ich habe ihn noch nicht gefragt.

Knippertz: Da ist der Gründungstag. Der Startup Nachwuchs ist auf jeden Fall schon mal in der Region. Sehr gut. Ja.

Knippertz: Das hört sich gut an und dann kommen mit Sicherheit noch einige schöne Geschichten und Anekdoten rund um den Park, aber auch das Rheinische Revier. Hinzu. Gibt es bisher schon eine, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Drewes: Ja, ich habe. Ich habe eine Anekdote. Wir sind ja schon einige Jahre unterwegs. Und zu solchen Entwicklungen gehört auch immer der Landerwerb. Und ein Teil dieser Flächen, auf denen wir heute den Park Jülich realisieren, das hat damals ein Altmetallhändler aus Gelsenkirchen gekauft. Der hat dort die Sendeanlagen dann abgerissen, und hat das Altmetall verwertet. Und dann hatte ich damals die Aufgabe, mit diesem Herrn in das Gespräch einzusteigen und ich habe dann zur Verstärkung unseren Baudezernent dazu genommen. Wir haben uns, wie sich das gehört, beide in einen Anzug gekleidet, sind dann auf die Merscher Höhe gefahren, haben diese Sendeanlage betreten, die so ein bisschen wie das Headquarter eines James Bond Bösewichtes aussah und trafen dann auf diesen sehr sympathischen Altmetallhändler, der gesagt hat: Ich habe mal ein bisschen Frühstück vorbereitet, holte eine Brötchen Tüte raus, holte zwei Kilo frisches Hack raus, einen großen Ring Fleischwurst und sagte: Auf geht's! Ich habe mit diesem Herrn anderthalb Jahre verhandelt. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe da auch wirklich verhandeln gelernt und es war ein echtes Schlitzohr. Aber als wir uns dann die Hand drauf gegeben haben, da waren wir uns dann auch einig. Und jetzt sind wir durch. Und ich werde auch diesen Herrn demnächst noch mal einladen, wenn wir zum Beispiel die Jülicher Treppe dann eröffnen werden.

Drewes: Musik

Knippertz: Strukturen aufbauen - genau das soll ja im Rheinischen Revier insgesamt passieren. Also es ist viel, was man aufbauen kann. [wenn es den Sprachfluss nicht stört.] Man hat viel freie Fläche wie so ein weißes Blatt Papier und kann jetzt sozusagen die Weichen stellen für die Zukunft. Das macht das Ganze ja, glaube ich, so spannend. Und am Ende, Sie haben es eben gesagt, sollen vielleicht sogar über 50 Hektar - ich vergleiche es noch mal mit Fußballfeldern, weil das der naheliegendste Vergleich ist, das sind so knapp 70 Fußballfelder - die sollen da entstehen. Kann man jetzt schon mal skizzieren, was so innerhalb der nächsten zehn Jahre dort angesiedelt sein soll, was die für was für Firmen das sein sollen, was die Firmen dort machen sollen?

Drewes: Ja, das tue ich sehr, sehr gerne. [wenn es den Sprachfluss nicht stört.] Ich würde vielleicht ganz kurz noch einen kleinen Exkurs machen, was für uns eine große Besonderheit ist. Sie haben in aller Regel ja Wissen und Innovation in den Großstädten, aber sie haben in aller Regel dann nicht die Fläche, diese Innovation wirklich in produzierendes Gewerbe zu überführen. Und im ländlichen Raum haben sie oftmals Fläche, aber nicht die Innovation. Und wir in Jülich mit all diesen Partnern aus der Forschung haben halt beides. Und ich glaube, das ist eine hervorragende Ausgangssituation, diesen Brainergy Park nicht nur auf 52 Hektar hin zu entwickeln, sondern über mehrere Jahre und Jahrzehnte quasi davon zu profitieren, was wir heute dort anlegen. Und meine Zielsetzung mit dem Park, was die Ansiedlung betrifft ist: Wir wollen ein Gutteil Gewerbe und produzierendes Gewerbe haben, was sehr klar innovativ ist und was sich ganz klar auch für die Innovation der Forschungseinrichtungen interessiert. Und dann wollen wir natürlich auch im nächsten Stepp dafür sorgen, dass wir Startups generieren.

Knippertz: Also das heißt, wenn ein Startup anfängt, wollen Sie später auch die Möglichkeit haben, hier, wir haben noch genug Fläche, ihr könnt euch vergrößern, wenn die größer werden müssen.

Drewes: Ja klar. Als guter Wirtschaftsförderer ein Startup, was einmal zu uns kommt, das werden wir immer so überzeugen, dass es niemals wieder weg will.

Knippertz: Das Ganze wird ja auch gefördert mit nicht ganz unerheblichen Mitteln von Bund und Land. Knapp 15 Milliarden für den Kohleausstieg im Rheinischen Revier bis 2038 oder sogar früher? Wie viel davon kommt bei Ihnen an? Im Brainergy Park?

Drewes: Das werden wir sehen, je nachdem, wie kreativ wir sind und was für gute Projekte und Ideen wir noch haben. Nein, wir haben bisher schon Förderung erfahren und das ist für uns ganz wichtig. Ich habe eben das Beispiel Startup Village benannt. Wir haben die Idee vorletztes Jahr im November entwickelt, haben mit den Kollegen im Wirtschaftsministerium und der Bezirksregierung sehr frühzeitig gesprochen, haben wie gesagt im November die Idee entwickelt und hatten im September den Fördermittelbescheid. Das heißt, wir haben ein Projekt von der Idee bis zur Förderung innerhalb von elf Monaten hinbekommen. Und das zeigt: Es geht auch. Wir haben für das Projekt Startup Village insgesamt knapp 7 Millionen Euro bekommen. Wir gehen davon aus, dass wir für das, was wir jetzt in den nächsten Stufen vorhaben, eine Förderung in einer Größenordnung von 70 bis 80 Millionen Euro einwerben werden. Was wir vorhaben, ist die Implementierung eines innovativen Energiesystems. Was wir auch machen werden, wir werden ein fantastisches neues Gründerzentrum bauen, den sogenannten Brainergy Hub. Da sind wir gerade konkret in den Planungen und wir legen, wie ich es auch schon gesagt habe, ein sehr klares Augenmerk auf die Landschafts- und Freiraumplanung, weil wir halt Orte der Begegnung schaffen wollen. Das bedeutet für uns: Wir werden einen See zusätzlich zu dem Biergarten anlegen. Wir haben eine historische Streuobstwiese, die wir auch bespielen werden, wo wir dann auch mal ein Gerätehaus haben werden, wo wir außerschulische Lernorte haben. Also alles so Orte, wo sich die Menschen begegnen werden. Und ich habe eben mal so angedeutet, dass wir mit unseren Ideen noch nicht am Ende sind. Wir haben gerade noch zwei, drei tolle Ansätze in der Pipeline. Das heißt, wenn es gute Ideen sind, die Arbeitsplätze schaffen können, dann werden wir da sicherlich noch mal auf die Fördermittelgeber zugehen und ich glaube, dann werden wir da auch auf sehr offene Ohren und Augen treffen.

Knippertz: Das hört sich auf jeden Fall so an, als wenn der Brainergy Park ein wunderschönes Mosaiksteinchen im Strukturwandel des Rheinischen Reviers ist. Strukturwandel ist ja so ein Begriff. Die meisten haben ihn schon tausendmal gehört, können den vielleicht auch gar nicht mehr hören. Wie ist es mit Ihnen oder was bedeutet Ihnen der Begriff Strukturwandel?

Drewes: Für mich ist der Begriff Strukturwandel eigentlich relativ einfach. Es gibt bei uns in der Region mit der Energiewirtschaft eine Leitbranche, die der Region viele Jahrzehnte im hohen Maße Wohlstand gebracht hat. Und diese Leitbranche fällt jetzt sukzessive weg. Und unsere Aufgabe als Wirtschaftsförderer ist halt jetzt, neue Arbeitsplätze zu schaffen, vor allen Dingen zukunftsfest Arbeitsplätze zu schaffen und auch Arbeitsplätze zu schaffen, die gut bezahlt werden, um den Wohlstand der Region dann auch für die zukünftigen Generationen zu sichern.

Knippertz: Jetzt können ja nicht alle der älteren Menschen Transfer Manager werden und die jüngeren an die Hand nehmen. Was ist mit den Leuten, die lange schon in dem Gebiet wohnen, rund um den Brainergy Park im Rheinischen Revier, und die vielleicht jetzt auch, was den Kohleausstieg betrifft, Angst um die Arbeitsplätze haben.

Drewes: Ja, ich glaube, wenn es da eine persönliche Betroffenheit gibt, dann ist das natürlich noch mal eine ganz andere Sache. Ich glaube aber, dass dieser Strukturwandel für uns wirklich eine fantastische Chance ist. Ich habe eben über die Bereiche der Wasserstoffwirtschaft gesprochen. Wir haben auch noch zwei, drei Ansätze im Bereich der Materialwissenschaften, die zu uns kommen. Und ich glaube, dass wir da die Chance haben, Sachen zu realisieren, in denen dann auch Menschen fantastische Arbeitsplätze haben. Und ich habe für mich so ein bisschen als Zielsetzung, dass die Menschen in 20 Jahren, wenn sie dann mal eine Erdkunde Aufgabe gestellt bekommen, dann die Aufgabe haben: Bitte schlagt mal den Diercke Weltatlas Seite 36 auf und erklärt mal, warum im Rheinischen Braunkohlerevier jetzt nicht mehr das bekannte braune Viereck für Braunkohle drin ist, sondern jetzt das Wasserstoff Symbol ist. Und das ist eigentlich die Zielsetzung, die wir haben dahin zu kommen. Und ich glaube, da haben wir wirklich durch die Unterstützung auch der Fördermittelgeber und durch die Zusammenarbeit mit all den Forschungseinrichtungen, die sich da ganz fantastisch einbringen, die Chance, diese Aufgabe auch zu wuppen.

Knippertz: Wenn jetzt Menschen diesen Podcast hören, die sagen Jo, ich will gründen, ich will ein Startup im Park ansiedeln. An wen wendet man sich da?

Drewes: Einfach Kollege Igmar Stock anrufen oder den Kollegen Professor Hoffschmidt oder mich oder wen auch immer Sie gerade im Team ans Telefon bekommen. Wir informieren, zeigen auf, wie es jetzt hier weitergeht. Und wir sind, wie gesagt, im ersten Quartal mit den ersten Immobilien unterwegs. Aber natürlich können wir jetzt schon die Kontakte zu den Forschungseinrichtungen aufschließen. Insofern immer bitte anrufen.

Knippertz: Und die Nummer finden wir wo?

Drewes: Auf unserer Internetseite.

Knippertz: Die Adresse.

Drewes: Am Brainergy Park 1, www.brainergy-park.de

Knippertz: www.brainergy-park.de. Da stehen die Telefonnummern einfach Frank Drewes anrufen oder die Kollegen Ingmar...?

Drewes: Ingmar Stock, Leiter Startup Village, oder den Kollegen Professor Dr. Hoffschmidt oder mich.

Knippertz: Das wäre ja schön! Dann sehen wir uns später an der Jülicher Treppe zur Eröffnung, stoßen an, vielleicht hat dieser Podcast dann auch dazu beigetragen! Dann vielen, vielen Dank, lieber Frank Drewes, dass Sie sich Zeit genommen haben.

Drewes: Ja, vielen Dank für die Einladung. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Knippertz: Ja, damit sind wir auch schon am Ende unserer heutigen Episode von unseren Revier Geschichten. Vielen, vielen Dank, dass Sie zugehört haben. Erzählen Sie es gerne Ihren Familien, den Freunden einfach weiter in die Welt hinaustragen. Abonnieren Sie uns, damit Sie immer unsere neueste Episode erhalten Nichts mehr verpassen, teilen, liken und beim nächsten Mal gerne wieder dabei sein, wenn es heißt Revier Geschichten. Tschüss. Bis zum nächsten Mal.

Knippertz: Musik

Knippertz: Das hört sich gut an und dann kommen mit Sicherheit noch einige schöne Geschichten und Anekdoten rund um den Park, aber auch das Rheinische Revier. Hinzu. Gibt es bisher schon eine, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Drewes: Ja, ich habe. Ich habe eine Anekdote. Wir sind ja schon einige Jahre unterwegs. Und zu solchen Entwicklungen gehört auch immer der Landerwerb. Und ein Teil dieser Flächen, auf denen wir heute den Park Jülich realisieren, das hat damals ein Altmetallhändler aus Gelsenkirchen gekauft. Der hat dort die Sendeanlagen dann abgerissen, und hat das Altmetall verwertet. Und dann hatte ich damals die Aufgabe, mit diesem Herrn in das Gespräch einzusteigen und ich habe dann zur Verstärkung unseren Baudezernent dazu genommen. Wir haben uns, wie sich das gehört, beide in einen Anzug gekleidet, sind dann auf die Merscher Höhe gefahren, haben diese Sendeanlage betreten, die so ein bisschen wie das Headquarter eines James Bond Bösewichtes aussah und trafen dann auf diesen sehr sympathischen Altmetallhändler, der gesagt hat: Ich habe mal ein bisschen Frühstück vorbereitet, holte eine Brötchen Tüte raus, holte zwei Kilo frisches Hack raus, einen großen Ring Fleischwurst und sagte: Auf geht's! Ich habe mit diesem Herrn anderthalb Jahre verhandelt. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe da auch wirklich verhandeln gelernt und es war ein echtes Schlitzohr. Aber als wir uns dann die Hand drauf gegeben haben, da waren wir uns dann auch einig. Und jetzt sind wir durch. Und ich werde auch diesen Herrn demnächst noch mal einladen, wenn wir zum Beispiel die Jülicher Treppe dann eröffnen werden.

 

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Gast

Frank Drewes
Co-Geschäftsführer, Brainergy Park Jülich

Moderator

Torsten Knippertz

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