Zukunftsfähige Industrie

Gewerbegebiet der Zukunft

In Jülich entsteht auf einer Fläche von 52 Hektar (das sind circa 73 Fußballfelder) ein innovatives und nachhaltiges Gewerbegebiet: der Brainergy Park. Dort werden Wirtschaftsunternehmen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit Energieversorgungsunternehmen an den Themen Energie, insbesondere Wärmeversorgung, Digitalisierung und Bioökonomie arbeiten. Diese dynamische Arbeitswelt soll Schnittstellenaktivitäten zwischen Forschung und Wirtschaft ermöglichen sowie Impulse für Neugründungen setzen. Der Brainergy Park adressiert damit die Herausforderungen der Energiewelt von morgen und bildet gleichzeitig eine Basis.

© Brainergy Park Jülich/ Architekturvisualisierung Matzerath

Etwa 56 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie wird im Wärmesektor, beispielsweise für das Beheizen von Gebäuden, verbraucht. Im Jahr 2020 sind im Wärmesektor rund 120 Mio. Tonnen CO2 angefallen, zwei Millionen mehr als erlaubt. Hier besteht demnach ein großes Potential für CO2-Einsparung. Die klimafreundliche Versorgung von Gebäuden mit Wärme ist daher ein wichtiges Ziel der Bundesregierung.

Der Brainergy Park setzt hier an und schafft ein Gewerbegebiet, das auf einem nachhaltigen und nahezu fossilfreien Wärmeversorgungssystem basiert: dem Low-Ex-Netz. Hierbei handelt es sich um ein Niedrigtemperatur-Netz. Im Vergleich zu herkömmlichen Fernwärmenetzen mit höheren Durchlauftemperaturen ist das Low-Ex-Netz effizienter, da die Wärmeverluste geringer sind. Außerdem können ansässige Unternehmen Abwärme auf einem sehr niedrigen Temperaturniveau aus Gebäuden, Abwasser, Serverräumen oder Industrieanlagen in das Leitungssystem des Netzes einspeisen und somit wieder in die Versorgung integrieren.

Als Herzstück des Transferbereichs im Brainergy Park entsteht ein rund 7.500 m2 großer Zentralbau: der Brainergy Hub. Die angesiedelten Unternehmen erhalten im Brainergy Park die Möglichkeit, an dem Wärmesystem in Form eines Reallabors eigene Entwicklungen auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

  • Status: bewilligtes Projekt

  • Durchführungsort: Der Durchführungsort befindet sich in Jülich. Neben der Stadt Jülich sind die Gesellschafterkommunen Niederzier und Titz sowie der Rurkreis Düren-Jülich an der Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebietes ebenfalls beteiligt.

  • Durchführungszeitrahmen:  Erste Phase: ab Mai 2020 (bezieht sich auf die Machbarkeitsprüfung des Energieversorgungssystems und des Brainergy Hub)  / Zweite Phase: ab Oktober 2021 (bezieht sich auf STARK, StartUp-Village)

  • Programmlinie: Strukturhilfemittel für vom Braunkohletagebau geprägte Gebiete, Projektförderung im Rahmen der Sofortprogramme des Landes NRW / STARK

  • Projektvolumen & Fördervolumen:  Sofortprogramme des Landes NRW: 3,4 Mio. Euro Fördervolumen von insgesamt 3,799 Mio. Euro Projektvolumen / STARK: 6,3 Mio. Euro Fördervolumen von insgesamt 7,034 Mio. Euro Projektvolumen
  • Forschungszentrum Jülich GmbH
  • Fachhochschule Aachen, Campus Jülich
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Köln
  • RWTH Aachen
  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, München
  • E.ON Energy Research Center, Aachen
  • Stadtwerke Jülich GmbH, Jülich
  • E.ON Energy Solutions GmbH, Essen
  • STAWAG-Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft, Aachen
  • ATC-Aldenhoven Testing Center of RWTH Aachen University GmbH, Aldenhoven

Teilprojekte

  • Ziel: Machbarkeitsprüfung und Vorplanung eines innovativen und maximal regenerativen Energieversorgungssystems für das gesamte Gewerbegebiet

  • Status: Ein interdisziplinärer Planungswettbewerb für den Brainergy Hub wurde erfolgreich abgeschlossen. Eine mögliche technische Ausführung des Energiesystems wurde vor dem Hintergrund einer plausiblen Aufsiedlungskulisse entwickelt. Diese wird aktuell auf ein mögliches Betreibermodell hin überprüft.

  • Durchführungszeitrahmen: 05/2020 bis 12/2022

  • Projektvolumen: 3,799 Mio. Euro (3,4 Mio. Euro Fördervolumen)

  • Ziel: Aufbau einer Startup-Community im Brainergy Park Jülich, bevor der Zentralbau Brainergy Hub errichtet wird

  • Status: bewilligt

  • Durchführungszeitrahmen: 10/2021 bis 09/2025

  • Projektvolumen: 7,034 Mio. Euro (6,3 Mio. Euro Fördervolumen)
  • Ziel: Aufbau eines Innovations- und Gründungszentrums zur Belebung von Technologietransfer und Gründungsaktivitäten in der Region ausgestattet mit Simulationsfläche und Demonstrationsplattform für das Energiemanagement der Zukunft

  • Status: Der Projektbeginn erfolgte planerisch mit Bewilligung des Projektes MachBrain. Eine Fortführung wird nach Abschluss des Projektes MachBrain erwartet. 

  • Durchführungszeitrahmen: noch nicht fixiert

  • Projektvolumen: ca. 50 Mio. Euro 
  • Ziel: Errichtung und Betrieb eines hochgradig fossilfreien Energieversorgungssystems zur Versorgung der Unternehmen im Brainergy Park Jülich mit Wärme- und Kälteenergie.

  • Status: Der Projektbeginn erfolgte planerisch mit Bewilligung des Projektes MachBrain. Eine Fortführung wird nach Abschluss des Projektes MachBrain erwartet. 

  • Durchführungszeitrahmen: noch nicht fixiert

  • Projektvolumen: ca. 20-30 Mio. Euro
Weitere Projekte

Steckbrief

Beitrag für Bürgerinnen und Bürger

Nutzen für den Wirtschaftsstandort

Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

Beitrag zum Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebereich zu erreichen

Themen

Neue Energien, Energiewende, Wärmewende, Raumplanung, Wärmenetze, Digitalisierung, Start-up

Kontakt

Frank Drewes
Brainergy Park Jülich


Prof. Dr.-Ing. Bernhard Hoffschmidt
Brainergy Park Jülich