Zukunftsfähige Industrie

Vom Klimakiller zum industriell genutzten Rohstoff

Wie kann klimaschädliches CO2, das bei der Industrieproduktion entsteht, mithilfe neuer Technologien als nachhaltiger Rohstoff nutzbar gemacht werden? Das ist die Kernfrage des Projekts iNEW (Inkubator für Nachhaltige Elektrochemische Wertschöpfungsketten). Partner der Innovationsplattform sind das Forschungszentrum Jülich, die RWTH Aachen und das Wuppertal Institut sowie die Unternehmen COVESTRO GmbH, SIEMENS Energy AG und RWE Power AG. Neben der Weiterentwicklung der Technologie geht es ihnen vor allem um den schnellen Transfer in die Praxis.                                                 

Interview Prof. Eichel

2045 soll Nordrhein-Westfalen vollständig treibhausgasneutral wirtschaften. Das ist das Ziel der Landesregierung im NRW-Klimaschutzgesetz. Besonders viele CO2-Emissionen entstehen in der Chemischen Industrie. 48.000 Arbeitsplätze hängen daher im Rheinischen Revier von der erfolgreichen Reduktion der CO2-Emissionen allein in diesem Bereich ab.

Ein Weg ist die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, CO2 als Rohstoff für die Industrie weiterzuverarbeiten und z. B. für die Produktion von Grünen Basischemikalien zu nutzen.

Das funktioniert mit Hilfe der Power-to-X (P2X)-Technologien, die von iNEW weiterentwickelt werden. Diese wandeln erneuerbar produzierten Strom in andere Energieformen um: z. B. in Kraft- und Kunststoffe, in Wärme und Gase oder in chemische Rohstoffe. Vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität bis 2045 besteht die Herausforderung darin, das notwendige technologische Wissen schnell in die Anwendung zu bringen, also die Zeit von der Entwicklung der P2X-Technologien bis zur kommerziellen Anwendung zu verringern.

Hier setzt die Innovationsplattform iNEW an. Ziel des Projektes ist es, Innovationszyklen zu verkürzen. Dazu bringt das Projekt Entwickler und Anwender der Technologien zusammen. Die Erfahrungen der Nutzer fließen so direkt in die Entwicklung zurück. Gemeinsam werden die Technologien unter Realbedingungen erprobt und bis zur kommerziellen Reife weiterentwickelt. Im Ergebnis entsteht eine Kreislaufwirtschaft für CO2, das als regenerativer Rohstoff für die Industrie recycelt wird.

  • Status: bewilligt

  • Durchführungsort: Jülich

  • Durchführungszeitrahmen:  Juli 2021-Dezember 2024

  • Programmlinie: SofortprogrammPLUS

  • Projektvolumen & Fördervolumen:  keine Angaben
  • Forschungszentrum Jülich GmbH
  • RWTH Aachen
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
  • COVESTRO Deutschland GmbH
  • SIEMENS-Energy AG
  • RWE Power AG
  • Teilprojekt Power-to-Hydrogen: Entwicklung eines neuartigen und leistungsfähigeren Stackdesigns zur Alkalischen Elektrolyse mit dem Ziel, die Wasserstoffgestehungskosten zu senken
  • Teilprojekt Power-to-Basic Chemicals: Entwicklung leistungsfähiger Konzepte der N2-, CO2- und Ko-Elektrolyse der nächsten Generation zur klimaverträglichen Herstellung von Basischemikalien, wie beispielsweise Methanol oder Ammoniak
  • Teilprojekt Power-to-Specialty Chemicals: Entwicklung leistungsfähiger Konzepte der CO2-Elektrosynthese zur klimaverträglichen Herstellung von Reaktonsintermediaten für Spezialchemikalien für den Zielmarkt Grüne Kunststoffe
Weitere Projekte

Steckbrief

Beitrag für Bürgerinnen und Bürger

Erhalt von 48.000 Arbeitsplätzen (IHK-Bezirke Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein) in der mit CO2-Emissionen besonders stark belasteten Chemischen Industrie

Nutzen für den Wirtschaftsstandort

Sicherung des Industriestandorts und der Wettbewerbsfähigkeit

Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

Die Chemische Industrie verbraucht am meisten Strom im Rheinischen Revier. Das CO2-Einsparpotential ist dort also besonders groß.

Themen

CO2-Reduktion, Power-to-X, Grüner Wasserstoff, Transfer, Kreislaufwirtschaft

Kontakt

Prof. Dr. Rüdiger-A. Eichel
Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) – 9 , Forschungszentrum Jülich GmbH

+49(0)2461–614644

IEK–9