Bestandsentwicklung

Direkt und indirekt betroffen

Die Stadt Düren ist mit 90.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der größten Kommunen im Rheinischen Revier und grenzt im Norden an den Tagebau Inden. Viele Beschäftigte sind direkt oder indirekt von den Auswirkungen des Kohleausstiegs betroffen. Zudem ist die Stadt ein Industriestandort, an dem vor allem energieintensive Branchen tätig sind. Es gilt, Weichen zu stellen, um die Auswirkungen des Strukturwandels abzufangen und den Standort zu stärken. Hierbei unterstützen die drei Strukturwandelmanagerinnen Kim Lyon, Julia Simons und Hannah Ruyters.

Kim Lyon vor dem Tagebau
© Stadt Düren

Gründerökosystem stärken

„Mein Ziel ist es, Neuansiedlungen von Unternehmungen, Start-Ups, Spin-Offs und Gründungen zu fördern und das Gründerökosystem zu stärken“, sagt Kim Lyon. Sie pflegt den Kontakt mit Studierenden und Hochschulen und fokussiert sich auf das Projekt Innovation Center Düren. Darüber hinaus führt sie Beratungsgespräche, plant Informations- und Vernetzungsveranstaltungen und kümmert sich um Standortmarketing und Öffentlichkeitsarbeit.

„Mir geht es darum, Düren als Gründerökosystem zu stärken, wobei es sich um einen Wirtschaftsstandort ohne Hochschule handelt“, sagt Lyon, die Internationale Betriebswirtschaftslehre studiert hat. „Ich sehe eine Notwendigkeit darin, auf den Wandel der Wirtschaft und der Gesellschaft frühzeitig zu reagieren und dabei Unternehmen im Veränderungsprozess in Richtung Innovation, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu unterstützen.“

Lieblingsplatz in Revier: Verschiedene Plätze in der Natur, ganz besonders der Rursee in Schmidt in der Eifel.

Hannah Ruyters vor Tagebaulandschaft
© Stadt Düren

An den Veränderungen mitwirken

Hannah Ruyters ist in der Region aufgewachsen und hatte stets Berührungspunkte mit dem Braunkohletagebau „Ich habe mich während meines Masterstudiums auf den Strukturwandel in der Region fokussiert und auch meine Masterarbeit zu dieser Thematik gewählt“, sagt die Geographin und Wirtschaftsgeographin. Für sie war sehr früh klar, dass sie gerne an den Veränderungen in ihrer Heimat beteiligt sein möchte.

Bei der Wirtschaftsförderung Düren betreute sie verschiedene Projekte, von der Antragstellung bis hin zur Projektleitung. „Außerdem liegt ein großer Schwerpunkt darauf, die Unternehmen bei den gegebenen Herausforderungen zu unterstützen und zu beraten.“ Das sei teilweise herausfordernd. „Das macht es aber besonders interessant neue Lösungsansätze zu finden.“ Ihre Ziele sind klar: Die laufenden Projekte will sie erfolgreich abschließen und die größeren Bau- und Planungsprojekte in der Planung- und Antragsphase bis hin zur Projektumsetzung begleiten.

Lieblingsplatz im Revier: Da ich in Langerwehe aufgewachsen bin und meine Familie dort lebt, bin ich nach wie vor sehr gerne dort. Die Nähe zur Eifel mit der Möglichkeit viel Zeit in der Natur zu verbringen, finde ich ideal.

Julia Simons vor Tagebaulandschaft
© Stadt Düren

Vielfältige Herausforderungen

Für Julia Simons ist Strukturwandel ein besonders facettenreiches Gebiet im Rahmen der ohnehin breit angelegten Wirtschaftsförderung. „Der Fokus liegt darauf, etwas besonders gut zu machen, insbesondere auch für kommende Generationen“, sagt die Diplom-Geografin. „Als Mutter von zwei Kindern ist das ein besonders schöner Gestaltungsspielraum, der mich täglich motiviert.“ Sie begleitet die Unternehmen bei den Strukturwandel-Förderaufrufen. „Oder anderweitiges Zuleiten von Unternehmen in passige Förderungen.“

Die Herausforderungen sind vielfältig. „Man braucht doch einen recht umfassenden Erfahrungsschatz, vom Thema „Förderlandschaft“ über „Projektmanagement“ bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen.“ Dabei hat sie vor allem ein großes Ziel im Fokus: „Mich täglich im Rahmen meiner Möglichkeiten anzustrengen, um so bestmöglich einen Beitrag zu einem gelingenden Strukturwandel im Rheinischen Revier zu leisten.“

Lieblingsplatz im Revier: Ich kenne sicher nicht ansatzweise alle schönen Orte im Rheinischen Revier. Als „Wahl-Kreis-Dürenerin“ mag ich natürlich Düren insgesamt sehr gerne.

Die Annakirmes ist eines der größten Volksfeste in Deutschland und lockt im Sommer rund eine Million Besucher nach Düren. Seit dem 16. Jahrhundert befindet sich das Annahaupt, eine Reliquie der Heiligen Anna, in Düren. Der Ort wurde zur Pilgerstätte und die Tradition hin zum Volksfest nahm ihren Lauf.

Obwohl Düren auf eine über 1265-jährige Geschichte zurückblicken kann, ist die Innenstadt von der Architektur der 1950er Jahre geprägt. Bei einem Bombenangriff der Alliierten wurde sie im November 1944 zu 99 Prozent zerstört. Von den 6431 Häusern in Düren blieben nur dreizehn unversehrt. Düren war die am schwersten zerstörte Stadt im Zweiten Weltkrieg in Deutschland.

Das Wirtschaftsleben im Dürener Raum wurde bereits seit dem 16. Jahrhundert durch Papiererzeugung, Textilgewerbe und Metallverarbeitung bestimmt. Die Papier- und Textilproduktion wurden dabei durch das außergewöhnlich weiche Wasser der Rur begünstigt.

Der vorgezogene Ausstieg aus der Braunkohle stellt das Rheinische Revier vor große Herausforderungen. Die Strukturwandelmanagerinnen und -manager begleiten in den Kommunen die Weiterentwicklung der Region und unterstützen bei der Entwicklung, Qualifizierung und Umsetzung von Förderprojekten. Dabei stehen sie miteinander in engem Austausch, um eine abgestimmte Entwicklung der Region zu gewährleisten. Zwei der drei Stellen der Strukturwandelmanagerinnen in Düren sind gefördert und Teil des „Entlastungspakets Kernrevier“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Kontakt

Kim Lyon
Strukturwandelmanagerin Düren

Julia Simons
Strukturwandelmanager in Düren

Hannah Ruyters
Strukturwandelmanager in Düren